SALZBURG (28. April 2010). – Reed Exhibitions Messe Salzburg hat mit der >austropharm< Österreichs einzige Fachmesse für pharmazeutische Produkte und Dienstleistungen im Portfolio. Diese findet alle zwei Jahre, alternierend in Wien und Salzburg statt und machte in diesem Jahr vom 23. bis 25. April turnusgemäß in der Salzachstadt Station. Ein erfreuliches Ergebnis stand bereits vor Messebeginn fest: Mit 143 Ausstellern (Anm.: exakt gleich viele wie in Wien 2008) aus dem In- und Ausland wurde ein neuer Beteiligungsrekord am Standort Salzburg erzielt (Anm.: 2006: 119 Aussteller). Und am Abend des letzten Messetages war klar, dass auch die Besucherfrequenz mit einem Plus von 15 Prozentpunkten auf 2.422 FachbesucherInnen (im Vergleich zur Fachmesse in Salzburg 2006) einen neuen Höchststand erreicht hat.
Das Messeangebot der >austropharm 2010< umfasste neben rezeptfreien Medikamenten und rezeptpflichtigen Arzneien ohne Kassenstatuts Ergänzungssortimente, Medizinprodukte, Kosmetika, Diagnostika, Reagenzien und Laborbedarf, EDV-Software-Lösungen, Apothekeneinrichtung, Ladenbau und Lagertechnik, Banken- und Finanzdienstleistungen sowie Fachliteratur.
„An eine Fachmesse, die am nationalen Markt eine Leitstellung inne hat, werden von der Ausstellerschaft und den Fachbesuchern strenge Qualitätsmaßstäbe angelegt. Nicht zuletzt deshalb sind der erfolgreiche Verlauf der >austropharm 2010< und die kontinuierlich positive Weiterentwicklung dieser Fachmesse besonders erfreulich“, resümiert Dir. Johann Jungreithmair, CEO von Organisator Reed Exhibitions Messe Salzburg. Hinter diesem Erfolg steckt das Zusammenspiel mehrerer Faktoren: „Natürlich muss das Konzept stimmen und inhaltlich den aktuellen Branchenerfordernissen entsprechen, aber im Falle der >austropharm< ist immer wieder die enge und gedeihliche Zusammenarbeit mit der Ausstellerschaft, der Industrie, den Verbänden und der Österreichischen wie auch den Länder-Apothekerkammern, in diesem Fall mit ihrem Salzburger Präsidenten, Honorarkonsul Mag. pharm. Dr. phil. Friedemann Bachleitner-Hofmann, maßgeblich.“
Zwei-Jahres-Rhythmus als Innovationsmotor
„Der Zwei-Jahres-Rhythmus und der Standortwechsel Wien – Salzburg entspricht den Bedürfnissen der Branche; damit kommt die Messe zum Fachbesucher und der österreichische Markt wird optimal bedient“, erklärt Gernot Blaikner, themenverantwortlicher Leiter des Geschäftsbereiches Messen bei Reed Exhibitions Messe Salzburg. Er verweist dabei auch auf das veränderte Rollenverständnis der Apothekerschaft: „Durch den Wandel der Patienten-Apotheker-Beziehung zur Kunden-Apotheker-Beziehung hat die Beratungsaufgabe der Apotheker an Umfang und Qualität zugenommen. Entsprechend steigt die Funktion und Bedeutung der >austropharm< als Neuheiten-, Informations- und Kommunikationsplattform ständig an.“
Heiße Diskussionsrunde über Arzneimittelkosten
Erst recht bietet sich Österreichs einzige Fachmesse für pharmazeutische Produkte als ideales Diskussionsforum an, auch zum naheliegenden und ewig heißen Thema der Arzneimittelkosten. Im Zuge einer Podiumsdiskussion im Anschluss an die Eröffnung der >austropharm 2010< waren sich die Teilnehmer darin einig, dass allein mit Einsparungen bei den Medikamentenkosten die Finanzprobleme des heimischen Gesundheitssystems auf Dauer nicht in den Griff zu bekommen seien. Dr. Georg Vana als Vertreter des Verbands der pharmazeutischen Industrie Pharmig wies darauf hin, dass Medikamente nur 13 Prozent der Gesamtkosten des Gesundheitssystems ausmachten und in den kommenden Jahren auslaufende Patente ein Einsparungspotenzial von 900 Millionen Euro erbrächten. Vanas Kritik an der im Sommer 2009 geschlossenen Salzburger Medikamentenvereinbarung wies Mag. Karin Hofer, Pressesprecherin der Salzburger Gebietskrankenkasse zurück. Gerade im Bereich der Psychopharmaka sei ständiger Medikamentenwechsel nicht notwendig, im Übrigen müsse die Salzburger Gebietskrankenkasse aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage nach Einsparungspotenzialen suchen. Die Medikamentenvereinbarung habe jedenfalls zu einer ökonomischeren Verschreibungsweise durch die Ärzte geführt, so das Fazit von MR Dr. Eugen Zadra, Co-Referent Ärzte für Allgemeinmedizin als Vertreter der Salzburger Ärztekammer: „Sie wirkt sich kostendämpfend aus.“
Trotz der in den vergangenen Jahren stark angestiegenen Ausgaben für das Gesundheitssystem, sei der Anteil von zehn Prozent am Bruttoinlandsprodukt stabil geblieben, merkte Salzburgs Apothekerkammerpräsident Friedemann Bachleitner-Hofmann an. Auch wenn aufgrund der demographischen Entwicklung die Schere zwischen dem, was machbar, und dem was finanzierbar sei, immer weiter auseinandergehe, könne die Antwort darauf nur Priorisierung, aber keinesfalls Rationierung heißen, forderte Präsident Bachleitner-Hofmann, der sich ebenso wie SGKK-Sprecherin Karin Hofer dafür aussprach, auch über die Einnahmenseite im Gesundheitssystem zu diskutieren.
Attraktives Fortbildungsprogramm
Neben einem intensiven Fortbildungsprogramm, bestehend aus einer Reihe von Fachvorträgen, ragte der zum fünften Mal abgehaltene PKA-Kongress (powered by L’Oreal Österreich GmbH, Division Cosmétique Active) heraus. Dessen Thema lautete diesmal „Kompetente Beratung – kundenorientiertes Verkaufen“ und wurde von rund 150 TeilnehmerInnen begeistert genutzt.
Das Fachpublikum der >austropharm 2010< setzte sich laut messestatistischen Erhebungen unter anderem zu je einem Fünftel aus selbstständigen sowie angestellten Apothekerinnen und Apothekern und zu 30,8 Prozent aus pharmazeutisch-kaufmännischen Assistentinnen und Assistenten (PKA) zusammen. „Die Daten beweisen, dass die >austropharm< verstärkt von selbstständigen und angestellten Apothekern besucht wird sowie von deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, erklärt Messeleiterin Mag. Siegrid Fellner-Göschl. „Das ist vom Konzept der Veranstaltung auch beabsichtigt, denn die >austropharm< fungiert als Neuheiten- und Leistungsschau der Pharmabranche und als gefragte Know-how- und Fortbildungsplattform“.
Beeindruckende Zufriedenheitswerte unter Messebesuchern
Der erfolgreiche Messeverlauf der >austropharm 2010< fand auch in anderen Umfrageresultaten deutlichen Niederschlag. So zeigten sich 94,4 Prozent der Befragten mit der Messe insgesamt sehr zufrieden, fast alle (98,1 %) gaben an, die Messe im Kollegenkreise weiterempfehlen zu wollen, und 86 Prozent erklärten, vom Messebesuch profitiert zu haben. Im Detail wurden insbesondere folgende Kriterien hervorgehoben: Überblick über Markt und Anbieter sowie Informationseinholung, große Auswahl an Produkten und Sortimenten, hohe Anzahl an Ausstellern pro Branche sowie interessante Produktneuheiten.
Beim Ausstellerangebot galt das Hauptinteresse (Mehrfachnennungen) der FachbesucherInnen laut Umfrage vor allem den Bereichen Kosmetika (96,2 %), Ergänzungssortiment (57,9 %), Ernährung und Hygiene (57 %), Arzneimittel (55,1 %) und Medizinprodukte (42,1 %), gefolgt von den Themen Diagnostika, Homecare und Verbandstoffe (20,6 %), Einrichtung und Betriebsmittel (15,9 %), EDV-/IT-Lösungen (13,1 %) sowie Dienstleistungen (11,2 %).
Zufriedenes Apothekerkammer- und Ausstellerbilanz
Der Präsident der Salzburger Apothekerkammer, Hon.-Konsul Mag. pharm. Dr. phil. Friedemann Bachleitner-Hofmann, erklärte nach Messeschluss, die >austropharm 2010< in Salzburg setze die Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahre nahtlos fort. „Nicht nur die Ausstellerzahlen waren beeindruckend, sondern auch das große Interesse der Besucher. Die >austropharm 2010< spiegelte die gute Stimmung, die in der Branche herrscht, wider und sollte uns Mut machen für die kommenden Herausforderungen.“
„Wir waren sehr zufrieden mit der Besucheranzahl auf unserem Stand! Wir konnten gute Gespräche mit Kunden und Hoffnungskunden führen und werden wahrscheinlich auch auf der nächsten >austropharm< in Salzburg wieder ausstellen", stellt Barbara Wengler von gm pharma fest.
Für Prok. Diethelm Preisser, Leiter der OTC-Abteilung bei Jacoby Pharmazeutika AG, ist die >austropharm< „eine wesentliche Informationsplattform, da in den vergangenen Jahren die Erstattungsrichtlinien für Arzneimittel immer restriktiver werden. Daher wird es aus wirtschaftlichen Gründen für den Apotheker immer wichtiger, hochwertige Gesundheitsprodukte anbieten zu können.“
Die Sonnentor Kräuterhandelsgesellschaft mbH war zum ersten Mal bei der >austropharm< vertreten. Mag. Gerfried Gasser, für die Apothekenbetreuung zuständig, stellte fest, dass die Fachmesse „gut bis sehr gut war; sie entsprach unseren Erwartungen. Der Trend in Richtung Bioprodukte bei Apotheken, und hier vor allem Tees, ist klar erkennbar, diese werden gut angenommen – hier haben wir eine Marktlücke erkannt.“
Auch Christian Bauer, Geschäftsführer von LittlePharm KG, registrierte bei dieser >austropharm< „mehr qualifizierte Kontakte mit fundierter Beratung und daraus resultierenden konkreten Abschlüssen“.
Nächste Station 2012 in Wien
Nach der Messe ist vor der Messe: Die nächste >austropharm< wird turnusgemäß im Frühjahr 2012 in der Messe Wien in Szene gehen. Alle Informationen zur >austropharm 2010< im Internet unter www.austropharm.at. (+++)
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