Apotheker: Rote Karte für gefälschte Arzneien!
Neues Arzneiwareneinfuhrgesetz ist ein wichtiger Schritt zum Schutz
der Konsumenten / Sichere Arzneimittel gibt es nur in den
öffentlichen Apotheken
Wien (APV - 29.07.2010 12:18 Uhr) Der Bezug von gefälschten Medikamenten aus dem
Internet ist per Gesetz verboten und wird künftig härter bestraft.
Was die selbstständigen Apotheker in Österreich schon seit längerem
fordern, wird nun in die Realität umgesetzt. Damit setzt die Politik
einen wichtigen Schritt zum Schutz der Konsumenten und stellt eines
klar: sichere Medikamente gibt es nur in den öffentlichen Apotheken!
"Bei gefälschten Arzneimitteln aus dem Internet können die
Patienten nie sicher sein, was sie da tatsächlich zu sich nehmen:
eine Fälschung, ein wirkungsloses Placebo oder Gift. Deshalb machen
wir Apotheker schon seit längerem auf die Gefahren von Pillen aus dem
Netz aufmerksam. Unsere Forderung nach strengeren Strafen wurde
bereits ins Regierungsprogramm 2008 aufgenommen. Nun wird der Bezug
von gefälschten Medikamenten aus dem Internet ausdrücklich verboten
und strenger bestraft", zeigt sich Dr. Friedemann
Bachleitner-Hofmann, Präsident des Österreichischen
Apothekerverbandes, mit dem neuen Arzneiwareneinfuhrgesetz zufrieden.
Wer mit rezeptpflichtigen, nicht in Österreich zugelassenen und
gefälschten Medikamenten über das Internet handelt, dem droht eine
Verwaltungsstrafe bis zu 3.600 Euro - im Wiederholungsfall gar bis zu
7.260 Euro. Hinzu kommen möglich strafrechtliche Konsequenzen wie
eine Haft! Außerdem gilt: Schon der bloße Versuch ist strafbar. Auch
die Konsumenten werden zur Kasse gebeten: Wenn der Zoll eine
Lieferung erwischt, muss der Besteller die Kosten für die Vernichtung
der Ware tragen.
Der Schmuggel von gefälschten Medikamenten boomt in der gesamten
EU. Die EU-Kommission gab erst vor einer Woche bekannt, dass im
vergangenen Jahr rund 11,5 Millionen gefälschte Arzneimittel
sichergestellt wurden - das ist ein Anstieg von rund 30 Prozent in
nur einem Jahr. Der heimische Zoll hat im Vorjahr insgesamt 27.095
Stück gefälschte Medikamente aufgegriffen. Zum Vergleich: 2004 wurde
keine einzige gefälschte Arzneimittelpackung gemeldet!
"Gefälscht wird mittlerweile alles: Haarwuchs- und Potenzmittel
ebenso wie Krebsmedikamente und Schmerzmittel. Egal, um welche Arznei
es sich handelt: nur in der öffentlichen Apotheke gehen die
Konsumenten auf Nummer sicher! Bei uns erhalten sie die sichersten
Arzneimittel und eine kompetente Beratung über Wirkung, mögliche
Neben- und Wechselwirkungen - flächendeckend in ganz Österreich und
rund um die Uhr", betont Dr. Bachleitner-Hofmann.
Rückfragehinweis:
Mag. pharm. Hans Jakesz
Pressesprecher des Österreichischen Apothekerverbandes
Spitalgasse 31, 1090 Wien
Telefon: + 43 (0) 664 - 20 20 488
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/4097/aom
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OTS0125 2010-07-29/12:18
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